Montag, 29. April 2013

Beim Kreuz



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koptisch.wordpress.com
In Vorbereitung auf den Abend "AnbetungPur" unter dem Thema BeimKreuz habe ich festgestellt, wie wenig ich über die historische Bedeutung und Praxis einer Kreuzigung weiß. Leider habe ich auch festgestellt, wie wenig ich davon berührt werde. Es ist so ähnlich, wie in einem Roman etwas über mittelalterliche Lebensverhältnisse und barbarische Foltermethoden zu lesen. Das gab es mal, es war schrecklich, aber es löst nichts in mir aus. Es betrifft mich nicht. Ich nehme es als gegeben hin. Ohne deshalb gefühlskalt zu sein. Nein, natürlich bin ich erschüttert. Natürlich tut es mir unendlich leid, dass Jesus das alles auch um meinetwillen durchlitten hat. Natürlich finde ich es ganz furchtbar. Und trotzdem: Für mich ist die Geschichte der Kreuzigung seit meiner Kindheit so normal, vertraut und bekannt. Es empört mich nicht wirklich, weil ich die tiefere Bedeutung nicht kenne, nicht verstehen und schon gar nicht nachempfinden kann.  Das Wissen ist dabei nicht das Problem: Mir ist klar, dass es äußert schmerzhaft, qualvoll und grausam gewesen sein muss. Aber schockiert mich das? Berührt mich das? Verändert mich das? Treibt mich das zu mehr Dankbarkeit und Anbetung? Ich kenne keine Unterdrückung. Ich lebe in einer Demokratie. Ich weiß nicht, was es bedeutet fremdbestimmt zu werden. Ich erinnere mich an Demütigung in der Schule durch Gleichaltrige. Und als erwachsener Mensch muss ich höchstens hin und wieder abfällige, unfaire oder beleidigende Bemerkungen anderer wegstecken.  Aber ich musste noch nie leiden. Sicher, ich war schon krank, unglücklich, depressiv und auch schon mal so verzweifelt, dass ich nur noch sterben wollte.  Aber das ist natürlich kein Vergleich zu Folter. Ich lebe in der Sicherheit eines verfassungsmäßig garantierten Menschenrechtes auf seelische und körperliche Unversehrtheit. (Auch in Deutschland finden Menschenrechtsverletzungen statt - nur bin ich bisher nicht betroffen.) Meine Würde ist unantastbar – Jesu Würde war es nicht. Heutzutage werden Menschen nicht mehr an Kreuze genagelt. Gott sei Dank. Menschen werden erschossen, gehängt, geköpft, bekommen eine Giftspritze oder kommen auf den elektrischen Stuhl.  Wenn überhaupt können sich nur diejenigen darunter etwas vorstellen, die selbst Verfolgung, Folter und Menschenunwürdige Behandlung durchlebt und durchlitten haben. (Bsp.: Iran, China und Nordkorea oder Gefangene in Guantanamo oder Menschen in Konzentrationslagern.) Ich will damit nicht sagen, dass man erst etwas durchleben muss, bevor man es verstehen kann. Nein, auf keinen Fall. Sondern ich sage lediglich, dass ich an mir eine Abgestumpftheit festgestellt habe. Es gibt Kreuze auf Gräbern, Todesanzeigen, in Kirchen, als Kunstwerke und Schmuckstücke.  Aber für die Zeitgenossen Jesu war ein Kreuz beleidigend und abstoßend. Wenn Jesus dann auch noch davon sprach, dass diejenigen, die ihm wirklich nachfolgen wollen, ihr Kreuz auf sich nehmen müssen, dann hatten die Menschen damals eben eine andere Assoziation vor Augen als ich heute.
Nun wandte sich Jesus an alle und sagte: »Wenn jemand mein Jünger sein will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz täglich auf sich nehmen und mir nachfolgen. 
Lukas 9,23
Das war keine Einladung - das war eher eine Ausladung! Keine besonders gelungene Idee für eine Werbekampagne. Hätte es nicht auch ein anderes Symbol sein können? Eine Taube - sie steht für Frieden. Ein Hirtenstab, als Zeichen für Schutz. Oder der Regenbogen - er steht für Hoffnung und Verheißung. Aber ein Kreuz? Das Symbol für eine der brutalsten Hinrichtungsmethoden, die es je gegeben hat? Wie wäre es für uns heute, wenn uns jemand einlädt, an eine Person zu glauben, die auf dem elektrischen Stuhl gestorben ist? Würden wir uns den Stuhl in unseren Kirchen aufstellen? Was würden wohl unsere Mitmenschen von so einem Glauben halten? Deshalb spricht Paulus in seinem Brief an die Korinther davon, dass die Botschaft vom Kreuz für Unsinn gehalten werden muss:
http://bc01.rp-online.de/polopoly_fs/file-ricky-bell-then-the-warat-1.2146077.1318885329!/httpImage/4214421132.jpg_gen/derivatives/rpoPanorama_786/4214421132.jpg
rp-online.de (Elektrischer Stuhl einer Todeskammer in Nashville)
Dass Jesus Christus am Kreuz für uns starb, muss freilich all denen, die verloren gehen, unsinnig erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren gerade durch diese Botschaft vom Kreuz die ganze Macht Gottes. 
1.Korinther 1,18
Es käme uns auch wie eine Dummheit vor, wenn jemand zu uns sagen würde: Glaube an Jesus, er ist für dich auf dem elektrischen Stuhl gestorben. Dadurch hat er Gottes Strafe auf sich genommen und wir brauchen dieses Geschenk nur anzunehmen. .. Auch unsere Lieder würden sehr skurril anmuten… Aber selbst die Bemühungen, das Bild des Kreuzes in die Gegenwart zu transportieren, genügt mir nicht. Es ist zu weit weg für mich.  
Wie kann ich das Kreuz wirklich verstehen?
(Inspiration und Gedanken aus "not a fan" von Kyle Idleman)

AnbetungPur



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photoblog.dralzheimer.stylesyndication.de
Das Symbol für die Nachfolge Jesu ist ein Kreuz.
Das Logo der Christen ist ein Folter- und Todesinstrument.

Das Kreuz war ein Hinrichtungsinstrument das die Römer benutzten. Es war Symbol für römische Macht und Stärke. Hauptsächlich Rebellen und Aufständische wurden gekreuzigt. 

Das Kreuz war ein Symbol der Demütigung. Denn die Römer kannten ausreichend andere Folter- und Hinrichtungsmethoden, die wesentlich billiger und einfacher waren: Steinigung, Tod durchs Schwert oder Gift. Doch für eine Kreuzigung waren vier Soldaten und ein Zenturio nötig. Das war teuer. Das wurde nur in Kauf genommen, wenn dieser Mensch öffentlich gedemütigt werden sollte. Wenn die übrigen Einwohner gewarnt und auch gedemütigt werden sollten. Der Gekreuzigte war ein Nichts. Das sollte in aller Öffentlichkeit und Deutlichkeit klargestellt werden. 

Das Kreuz war ein Symbol für Leiden. Denn vor der eigentlichen Kreuzigung wurden die Verurteilten ausgepeitscht, gegeißelt: die Hände wurden an einem Balken über dem Kopf festgebunden. Das tat man, damit die Haut und das Fleisch am Körper dieses Menschen straff gespannt war.  Römer waren Experten darin, Menschen so lange auszupeitschen, bis sie kurz davor standen zu sterben. Dann wurde der Querbalken auf den Rücken gelegt. Das bedeutet, dass ein schwerer Holzbalken auf die offene Rückenwunde gelegt wurde. 

Das Kreuz war ein Symbol für den Tod. An Händen und Füßen festgenagelt, hängend zwischen Himmel und Erde, durch das eigene Körpergewicht gefoltert, führte das zu Ersticken, Kreislaufversagen oder, wenn der Todeskampf tagelang dauerte, zu Verdursten.

Das Kreuz war für die Juden aber auch ein Symbol für den Ausschluss aus dem Volk Gottes. Normale Todesstrafe war die Steinigung.  Die Übernahme der Methode der Kreuzigung aus anderen Kulturen spiegelt auch ihre Absicht den Verurteilten zu entehren und andere abzuschrecken. Angewendet wurde es z.B. bei extremer Gotteslästerung – so wie Jesus es in ihren Augen getan hatte. Ein Aufgehängter galt als verflucht.
(Von diesem Fluch des Gesetzes hat uns Christus erlöst. Als er am Kreuz starb, hat er diesen Fluch auf sich genommen, wie es vorausgesagt war: "Wer so aufgehängt wird, ist von Gott verflucht." Galater 3,13
Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben - denn ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott -, auf dass du dein Land nicht unrein machst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt.
5.Mose 21,23)
Mein Text mit Gedanken zur Bedeutung des Kreuzes anlässlich von AnbetungPur am 28.04.13
Quellen:  Wikipedia und  "not a fan" von Kyle Idleman

Sonntag, 28. April 2013

AnbetungPur

religionsgedaechtnis2011.wordpress.com
Beim Kreuz. Dort wollen wir uns heute abend treffen. 19 Uhr. Evangelische Kirche Trupbach. Zur Ruhe kommen. Zu Jesus kommen. Zum Kreuz kommen. Anbeten. Das heißt, Gott loben, ihm danken und die Ehre geben, die IHM gebührt. Ein Herzensanliegen und ein Herzenswunsch. Nicht von mir. Sondern von IHM. Der uns liebt, mit unendlicher, bedingungsloser und selbstloser Liebe. ER ist es wert wie keiner sonst. Komm, komm so wie du bist und bete an. www.kirche-ts.de

Samstag, 27. April 2013

Nachklang

www.jpc.de
www.dasrad.org
Es klingt immer noch in mir nach... Selten, wirklich selten, hat mich ein Mensch, ein Vortrag, eine Botschaft so gefesselt, beeindruckt und überwältigt. Leider benutze ich viel zu oft Superlative. Und leider werde ich hier im Blog nicht annähernd das wiedergeben können, was der Abend mit Martin Schleske für mich war. Auf jeden Fall ein krönender Abschluss meines SisterHood-Wochenendes! Um 18 Uhr fand im  Apollo-Theater Siegen eine Premiere statt: Ein etwas anderer Gottesdienst - mitgestaltet von dem Vocalensemble TonArt und eben Martin Schleske. Diplom-Physiker, Geigenbau-Meister, international renommiert - einer der besten Geigenbauer der Gegenwart - und Autor. Sein Buch "Der Klang - vom unerhörten Sinn des Lebens" vergleicht die Entstehung einer Geige mit dem menschlichen Leben. Ich habe es noch NICHT gelesen, denn weder klassische Musik noch Streichinstrumente sind für mich bisher irgendwie interessant gewesen. Bis zu diesem Abend. Jetzt werde ich jede Geige mit anderen Augen und mehr Respekt sehen. Mit anderen Ohren zuhören und die Musik in mein Herz fallen lassen. Aber nicht nur die handwerkliche und musikalische Genialität des Martin Schleske hat mich nachhaltig beeindruckt. Sondern seine tiefe, vertraute Gottesbeziehung. Er findet Worte, die mich sprachlos machen. Alles, was ich jetzt darüber schreiben könnte, würde ihm nicht gerecht. Ich belasse es dabei ihn zu loben, ihm zu danken und dadurch Gott die Ehre zu geben. Gott, der einen Menschen außergewöhnlich begabt hat und sich ihm gleichzeitig auf vielfältige Weise offenbart hat. Es hat mir Mut gemacht, weiterhin in meinem kleinen, wenig beeindruckenden Alltag und Leben weiterhin nach Gottes Spuren zu suchen, auf sein Reden zu achten und das Leben zu mir sprechen zu lassen. Ereignisse zu deuten und Gleichnisse zu entdecken. Im Gewöhnlichen das Außergewöhnliche wahrzunehmen. Mich zu öffnen für das leise Reden des Heiligen (Geistes). Und das Buch werde ich natürlich auch noch lesen.


Freitag, 26. April 2013

Notiz-Blog

1. Es ist albern, aber es macht mich glücklich: Von meinem Zahnarzt gelobt zu werden. Er hatte nichts zu beanstanden. Noch nicht mal der übliche Hinweis, doch bitte regelmäßig Zahnseide zu benutzen. Und meine Zähne zu pflegen, nicht zu putzen. Ich benutze aber gar keine Zahnseide (ich hasse es), sondern, seit einiger Zeit,  jetzt kommt´s: Philips Sonicare AirFloss. Ja, das Ding zur Zahnzwischenraumreinigung. Das mit der Sylvie van der Vaart in der Werbung. Es hilft tatsächlich. Mich mit erhobenem Haupt von der Liege erheben zu können war jeden Cent wert.
2. Es ist genauso albern, aber es gibt fast nichts demütigerendes als Mutter, wie wenn der Zahnarzt (eine Woche später) die Zahnpflege der Kindern beanstandet. Ich komme mir assozial, verantwortungslos und schlecht vor. Wie kann man nur?! Löcher bei einer Sechsjährigen. Das muss doch noch nicht sein. Sie muss, da extrem kariesgefährdet, besser "pflegen" als Normalsterbliche. O-Ton Zahnarzt! Ja, bei drei Kindern macht allein pro Abend mindestens 30 Minuten. Das sind 210 Minuten pro Woche. 840 Minuten pro Monat. 10080 im Jahr. Bis zur Volljährigkeit sind das 181440 Minuten. Oder 3024 Stunden. Oder 126 komplette Tage, bzw. 18 Wochen MEINES Lebens. Und da ist meine eigene Zahnpflege (s.o.) noch nicht mitgerechnet.
3. Richtfest unseres Hühnerstalles. Ein Familienprojekt nimmt Gestalt an.
4. Erweiterung meines Horizontes. Verlassen meiner Bequemlichkeits- und Wohlfühlphase. Dank meiner Tochter und ihrem unbedingten Willen in den Genuß einer angekündigten Treckerfahrt und heißer Fleischwurst zu kommen, habe ich tatsächlich an einem Samstagmorgen um 9Uhr begonnen Müll entlang einer Straße einzusammeln. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich es aus "gesellschaftstransformatorischen" oder "naturschützerischen" Beweggründen getan habe. Aber ehrlicherweise muss ich gestehen, das ich keinerlei ehrenwerte Motive hatte. Dafür aber 2,5 intensive Stunden mit meiner Tochter, die erstaunliches Durchhaltevermögen und unerwarteten Einsatz gezeigt hat. Es hat mich geerdet und irgendwie hat es sogar Spaß gemacht.
5. Auf der xten Fahrt nach Bonn zur Augenklinik und zurück habe ich extrem mit Müdigkeit zu kämpfen. Sekundenschlaf. Es sind mir immer wieder die Augen zugefallen. Das ist echt Scheiße. Habe ich noch nie vorher gehabt.
6. Elternsprechtag an der Grundschule: Meine Tochter hat ein attestiertes, ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis. Außerdem ist sie teilweise beratungsresistent. Nur nach Aufwendung einiger Mühe gelingt es den Lehrerinnen sie davon zu überzeugen, dass z.B. das kleine "g" nicht im "Dach" des Buchstabenhauses wohnt. Ansonsten alles bestens. Intelligentes, willensstarkes und keinesfalls schüchternes Kind. Ach nee.
7. Putztag bei meiner Mama - Überflüssig: Teppiche, Läufer, Vorleger. Total überflüssig: Runde Teppiche mit Fransen.

Donnerstag, 25. April 2013

moon











Fotographiert mit meiner billigen Nikon Coolpix im Nachtmodus-Automatik-Programm. Ich erhebe keine künstlerischen Ansprüche, sondern Ehrfurcht vor einem Naturschauspiel. Wolken ziehen so schnell wie in einem Zeitraffer im Film. Farben wie aus Tinte. Lauwarme Nacht, Kino am Himmel. Sowas hat Gott ständig. Alter, wie geil ist das denn?!

Mittwoch, 24. April 2013

Notiz-Blog

1.Shoppen mit Teenager-Söhnen. Ich bin so begeistert, verliebt und größter Fan meiner beiden wunderbaren, wunderschönen Söhne. Es ist so toll zu sehen wie sie groß werden, zu Männern. Ich liebe es Jungs-Mama zu sein. So unterschiedlich, so ähnlich, so einzigartig. Man wächst über sich selbst hinaus und in diese Rolle hinein. Es ist ein Lernprozess. Spannend. Nervig. Anstrengend. Aber kostbar. Um nichts in der Welt würde ich es missen wollen. Niemals hätte ich mir vorstellen können, was da auf mich zukommt. Was es bedeutet, was es ausmacht, was es mit mir macht. Nichts auf der Welt verändert einen so sehr wie (eigene) Kinder. Es ist ein Geheimnis, ein Mysterium, ein Geschenk. Letztes Jahr noch frustrierende, ermüdende Diskussionen beim Einkaufen. Dieses Jahr wusste ich ja, was auf mich zukommt. Habe mich darauf eingelassen und ermutigt. Bestätigt. Mauern abgerissen, anstatt welche aufzubauen. Es geht. Pubertät - wenn Eltern anfangen schwierig zu werden. Loslassen, immer wieder loslassen. Wurzeln und Flügel. Liebe. Ohne Ende Liebe. Love. All you can have. All you need. All you can give. Ich liebe es.
2. Shoppen mit Teenager-Söhnen. Der Zweite braucht inzwischen größere Klamotten als der Erste. Vorbei die Zeit des sparsamen Auftragens. Vorbei die Zeit wo ich die Klamotten aus dem SecondHand-Laden einfach mitbringen konnte. Vorbei die Zeit wo Nützlichkeit und Langlebigkeit die bestimmenden Kriterien waren. Über den Winter nur Chucks tragen? Kalte, nasse Füße bekommen? OK. Sind ja nicht meine. Grün, grün, grün, sind alle seine Kleider. Es sind halt sehr wenige, wenn es grad mal nur wenig grün gibt. OK. Sind ja nicht meine.
3. Shoppen mit Teenager-Söhnen. Ein Gehalt für fünf Personen. Wir gehen zu C&A und H&M. Menschen in Bangladesh haben in menschenunwürdigen Fabriken für uns genäht. Zu einem Lohn, der nicht zum Leben reicht. Ich kaufe nicht bei KIK. Ich kaufe auch nicht bei Hilfinger. Einfach "nur" bei C&A. Nicht viel. T-Shirts, Hosen, Strümpfe. So, das es reicht zum wechseln. Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen. Schäme mich. Für unseren Wohlstand. Für unsere Ansprüche. Ich bekenne mich schuldig. Auch das ist etwas, was mein Mutter-Sein prägt: Das ständig schlechte Gewissen: meinen Kindern soll es gut gehen. Sie brauchen nicht im Luxus schwelgen, ich will sie nicht verwöhnen. Aber sie sollen es gut haben. Auch auf Kosten anderer. Das ist echt Scheiße. Ich hasse es.
4. Shoppen mit Teenager-Söhnen. Ich bin so dankbar, dass sie keine T-Shirts mit  Sonnenbrillen-tragenden-Affen wollen.
5. Mit meiner Tochter gehe ich (noch) nicht shoppen. Sie will alles. Was rosa ist und glitzert. Das wird wirklich schlimm.

Montag, 22. April 2013

sisterhood (by the way)

Kein Fake. Kein Scherz. Sondern beeindruckender Ruhrpott-Pragmatismus. Hat mich wirklich beschäftigt. Gewundert. Sechs Beerdigunsinstitute in einem Stadtteil. Geiz ist geil. Ist ja auch ok, denn nichts ist sinnloser als eine teure Beerdigung. Ist aber auch gewöhnungsbedürftig. Skuril und irgendwie pietätlos. Aber auch einfach witzig. Unglaublich eigentlich. Ich verspüre ja eine gewisse Affinität zum Bestatter-Gewerbe. Liegt quasi an meiner Nachbarschaft.



Freitag, 19. April 2013

sisterhood 4/4

Sonntag morgen. Abschluss mit Keksen und Kaffee. Eine Feier mit Worten, Musik und Segnung.
Inspirierende Gedanken von Christina Brudereck zu DER Schwestern-Geschichte der Bibel:
Martha und Maria (Lukas 10,38-42). Einer Geschichte, die mich persönlich immer wieder herausfordert, ärgert und die mich schon mehr als einmal in meinem Leben nachdenklich gemacht hat.
Die meisten Frauen haben beide Persönlichkeiten in sich. Zu unterschiedlichen Anteilen. Wobei ich mal behaupten würde, dass der Martha-Anteil wesentlich stärker ausgeprägt ist - zummindestens bei mir. Aber ich liebe die Maria-Momente! Wie gerne würde ich auch einfach nur dasitzen, zu Füßen Jesu und ganz viel von ihm lernen. Zuhören und die Worte in meinem Herzen aufbewahren und bewegen. (Ein ganz klein wenig habe ich im Moment dazu die nötige Zeit und Stille. Morgens, wenn ich alleine zu Hause bin. Das ist kostbar, wohltuend und heilsam. Aber auch ungewohnt. Denn die Martha in mir sieht die viele unerledigte Arbeit. Es ist ja immer so viel zu tun, man könnte sich pausenlos beschäftigt halten und käme doch nie zum Ende. Aus diesem Hamsterrad bin ich seit einiger Zeit bewusst ausgestiegen. Lerne es auszuhalten, dass manches dann nicht so perfekt ist, wie ich es gerne hätte. Das die Welt sich auch ohne mich weiterdreht. Das es wichtiger ist Zeit mit Jesus zu verbringen als ohne ihn etwas für ihn tun zu wollen. Denn in all der schönen, wichtigen Mit-Arbeit für Jesus habe ich ihn selbst oft vernachlässigt. Dabei geht es ihm doch in erster Linie um mich, meine Beziehung zu ihm. Nicht um meine Arbeitskraft für ihn.)
Zurück zu den Gedanken von Christina Brudereck: Die Martha-Maria-Geschichte ist eingebunden in den Kontext von anderen Geschichten und wie immer gilt es auch hier die Interpretation in den Gesamtzusammenhang zu stellen. Vorher wird nämlich die Geschichte vom Barmherzigen Samariter erzählt. Wo es ganz eindeutig um das TUN geht. Danach lehrt Jesus seinen Jüngern das Beten - das VaterUnser. Wo es ganz eindeutig um das SEIN geht: als bedürftiger Mensch zu Gott als Vater kommen und sich ihm anvertrauen. Auf ihn hören und vor ihm sein, Zeit mit ihm verbringen und von ihm lernen. Ihn anbeten, Sorgen und eigenes Tun loslassen. Und so geht es auch hier bei Martha und Maria um beides. Es ist immer ein AUCH. Jesus besucht BEIDE.  Es geht immer um Jesus, Gott - den Vater und meine Beziehung zu ihm. Aber es geht AUCH um meinen Nächsten und um mich.
Aktion und Engagement. Schweigen und Stille. Pippi und Annika. Martha und Maria.
"Tu, was du kannst und lass dich beschenken." 
Und dennoch: Als Martha aufmerksam werden für die Möglichkeit des Augenblicks, den heiligen Moment. Nicht immer alles tun, was möglich und machbar ist. Sondern sich im Gespräch mit Gott zeigen lassen, was jetzt, in diesem Moment dran ist.
Prioritäten setzen heißt auswählen, was liegenbleiben soll!
Denn Martha sorgt sich, typisch Frau, um VIELE Dinge, viele Kleinigkeiten - macht sich mehr Mühe als eigentlich notwendig gewesen wäre. Zu viel des Guten. Sie findet kein Ende, ist nicht mit hundert Prozent zufrieden, sondern sie ist eine 150%ige. Das kostet Nerven, Energie und vorbei ist es mit der Gelassenheit, Zufriedenheit und Gesundheit. Der Puls ist auf 180 - sie explodiert gleich. (Toll finde ich, dass sie sich trotzdem an Jesus wendet. (Gleichzeitig finde ich es auch doof, denn sie macht ja ihre Schwester schlecht, ist richtig fies und zickig.) Das will ich auch von ihr lernen: in meinem Frust und Ärger sofort mit Jesus Tacheles zu reden. Ohne fromme und schöne Worte. Sondern klipp und klar sagen was ich denke. Auch wenn ich völlig daneben liege mit meiner Einschätzung.)

Das war es, was mir bis dahin an dem Wochenende gefehlt hatte und jetzt bin ich wieder ausgesöhnt und zufrieden. Denn ich durfte etwas wichtiges lernen und mitnehmen. Bin persönlich berührt und angesprochen worden. Mein Herz ist aufgegangen und ich habe mal wieder gestaunt über Gottes klare Ansage an mich. Danke für dieses SisterHood-Wochenende, diese Aus-Zeit vom Alltag und die Zeit mit meiner lieben Freundin!



Donnerstag, 18. April 2013

sisterhood 3/4

Es bestand Wohlfühlpflicht! Der Amazing-Grace Abend: Genial leckeres Essen und Rotwein. Ein "Kulturabend" mit Saxophon (leider nicht geil) und Clowin Lotte (leider nicht witzig). Ein Filmmedley aus "GoldenGirls" und "Das doppelte Lottchen". Mit einem spirituellen Abschluss und Praise-Aerobic.
Leider habe ich mich nicht wohl gefühlt. Zu viel befremdliches, ungewohntes und immer wieder anstrengendes "sich auf eine andere Frau einlassen". Gut gemeint, schön gemacht und prinzipiell auch ganz OK so. Aber mir fehlte irgendetwas. Mein Herz ist nicht berührt worden. Es war Zeit für mich und Abstand vom Alltag. Aber das reicht mir nicht mehr. Ich will mehr. Mehr Gott (weniger Frau). Oder will ich einfach nur das hören und erleben, was mich bestätigt? Was ich kenne und gut heiße? Müssen für mich bestimmte Wörte und Begrifflichkeiten verwendetet werden, damit ich Gott darin finde? Erkenne ich die in  Bildern, Musik und Begegnung ausgedrückte Solidarität und Liebe als in Taten umgesetzte Worte? Oder bin ich schon so verkopft, ist meine Prägung so dominant "wortorientiert", das ich ohne Bibelstellenzitat die Wahrheit dahinter nicht mehr sehe? Mit diesen Fragen bin ich zurück in die Jugendherberge gefahren. Mit diesen Fragen setze ich mich seitdem auseinander. Mit diesen Fragen wende ich mich an Gott. Ich kann hier und jetzt noch keine Antwort darauf geben. Aber ich bin trotzdem dankbar für diese Erfahrung. Wie oft geht es anderen so mit dem, was ich für selbstverständlich halte? Wo meine Rituale und Begrifflichkeiten einfach nur seltsam anmuten?Gerne bin ich hier für einen "Dialog" bereit (wie es politisch korrekt so schön formuliert wird...). Sehr, sehr dankbar bin ich dafür, dass ich Freundinnen habe, Freundin sein darf und ich auf dem Weg bin mit mir selbst Freundschaft zu schließen.




sisterhood 2/4

Frau&Gott - das Thema:

"Schwestern: Lästern ist von gestern!" das Motto von SisterHood. Verschwesterung, Schwesternschaft, Freundinnen - der Wert von gegenseitiger Achtung, Anerkennung und liebevollem Umgang mit mir selbst und meiner Nächsten. Nachdenken über leibliche Schwesternschaft - meine Stellung in der Herkunftsfamilie (bin ich Älteste, Jüngste, mittendrin oder Einzelkind?) und die Auswirkungen davon in meinem Leben. Nachdenken und Austauschen über Frauenfreundschaften. Gott - meine Freundin? Ein neuer Gedanke für mich. Sowieso gab es einiges Neues, Ungewohntes und zunächst Befremdliches zu verarbeiten: Bibel in gerechter Sprache. Unbekannte Lieder und unbekannte Formulierungen beim Gebet. Eine herausfordernde Horizonterweiterung. Ich bin dankbar, dass ich unerwarteter Weise auch mal mit neuen Denkmöglichkeiten konfrontiert war. Meine eigene Komfortzone verlassen musste und mich selbst, meine Denk- und Bewertungsmechanismen in Frage stellen konnte.


sisterhood 1/4

 

Das SisterHood-Wochenende fand in der wunderschönen, alten Kirche Sant Maria Immakulata in Essen-Borbeck statt. Heimat des CVJM-emotion und Heimatgemeinde meiner Lieblingslyrikerin der Gegenwart: Christina Brudereck. Zusammen mit meiner "kleinen" Schwester und Freundin S. habe ich mich auf das Thema Frau&Gott eingelassen. Das Programm kann man nachlesen - das, was ich dabei empfunden und erlebt habe, versuche ich hier ansatzweise wiederzugeben: Über 70 unterschiedliche, schöne, interessante Frauen; größtenteils in der Lebensmitte, manche herrlich schwanger, andere hatten sicherlich schon Enkelkinder; kommen an, werden mit Prosecco begrüßt und hüllen sich, typisch Frau, äußerlich in Decken, Schals, Jacken und wärmen sich innerlich mit Kaffee und Schokolade. Denn in dem alten Kirchlein war es trotz einiger Gasheizstrahler zunächst noch sehr kühl. Zwei Tische mit privaten Büchern aus dem Fundus von Christina Brudereck laden zum Stöbern ein, natürlich gab es auch Bücher von ihr zu kaufen. Die liebevolle dekorierte Kirche und die unerschöpfliche Menge an jederzeit verfügbarem Kaffee, Prosecco, kalten Getränken und Schokolade; sowie die vegetarischen Buffets (Kokos-Erbsen-Erdnussbutter-Cremesüppchen und Feigen-Dattel-Pesto,...) zeugten von wertschätzender und aufwendiger Vorbereitung.

Mittwoch, 17. April 2013

www.amen.de
Eine wunderbare Website ist seit heute online: https://www.amen.de/

Ebenso einfach wie genial: Man kann die eigene Bitte für ein bestimmtes Anliegen eingeben und andere (registrierte Nutzer) beten dafür! Umgekehrt kann man sich registrieren lassen und für Anliegen beten, die einem zugewiesen werden. Alles kostenlos aber gewiss nicht umsonst!

www.amen.de
Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft. Psalm 138,3

Dienstag, 16. April 2013

Unperfekt

Das Unperfekthaus in Essen habe
ich am Sonntag Nachmittag zusammen mit einer Freundin erleben und entdecken dürfen. Wer mehr über die Philosphie dahinter wissen möchte, informiert sich am besten selbst auf der Homepage - das gebe ich jetzt hier nicht alles wieder, sondern nur meine subjektiven Eindrücke: 
 So was geht / So was gibt´s?! Das funktioniert?! WAHNSINN!
  Reizüberflutung. Bunt. Abgedreht. Beeindruckend. Wie geil ist das denn?  Toleranz. Vertrauen. Vielfalt. Schräg. Warum gibt es sowas nicht bei uns? Bäh, das soll Kunst sein?! Spiritueller Sonntag - das verstehen also andere darunter... Ok. Wo sind die Christen? (In ihren Kirchen...) Lecker, lecker, lecker. Hier will ich noch Stunden bleiben. Das muss unbedingt die/der ... sehen. Vernetzung. Inspiration. Freiheit. Unperfekt - geht auch, sogar sehr gut, das ist schön, schöner als perfekt. Reizüberflutung. Gruselig. Globale Transformation und ein Arsch-Engel. Erlebnis-Klo und Dachterasse. Graffiti. Reggae. Begegnung. Espresso. Einfach nur Leute beobachten. Staunen. Freundlich. Schlechte Luft. Viele Menschen. Bald noch mal wiederkommen. Das war jetzt echt beeindruckend. Sind wir noch in Deutschland? Großstadt hat was. Ok, wir müssen los. Schön war´s.

Montag, 15. April 2013

Notiz-Blog


Danke.
Danke euch allen, denen es auffällt, dass ich seit 20 Tagen nichts mehr gebloggt habe. Danke euch LeserInnen und Freundinnen, die mir sagen und zeigen, dass sie es vermissen. Danke, dass ihr tatsächlich lest und lesen wollt, was ich hier von mir gebe.
Ich habe das Schreiben selbst vermisst, war aber gleichzeitig durch meine Grippe total antriebslos; durch das wiederholte durchleben und durchleiden der schönsten Liebesgeschichte zwischen Vampir und Mensch in meiner romantisch-verkitschten immer-noch-Teenager-Seele total abgelenkt und, das muss hier auch mal gesagt sein, manchmal habe ich tatsächlich auch noch anderes zu tun...
Was, darüber gebe ich jetzt einen kleinen Überblick um dann so bald wie möglich über einiges ausführlicher zu berichten:
  1. Am Wochenende war ich mit meiner "kleinen Schwester" in Essen, bei einem Sisterhood-Wochenende von Christina Brudereck. 
  2. Mit meiner Mama mal wieder in der Augenklinik Bonn, zur wiederholten OP nach einer Netzhautablösung.
  3. Mit meiner Lieblingskatze beim Tierarzt: er hatte Blut im Urin und hat erbärmlich gemaunzt und desöfteren in die Wohnung gepinkelt...
  4. Außerdem waren Ferien, da komme ich sowieso zu nichts was Ruhe erfordert!