Freitag, 7. Februar 2014

create in me a clean heart



Eigentlich weiß ich ja, dass Gott da ist. Mich sieht, hört, versteht, Gemeinschaft mit mir möchte und die Beziehung mit mir möchte. Trotzdem ist er unverfügbar, Begegnung nicht machbar, Wunder nicht selbstverständlich. Und für mich ist es nach wie vor ein Wunder, wenn der ewige, lebendige und heilige Gott in mich hineinspricht. Ich bin überrascht und doch nicht. Denn es ist einerseits keineswegs selbstverständlich, andererseits ist es uns ja verheißen.

Eigentlich weiß ich ja, dass genau das passiert, wenn man sich Gott hinhält, ihn sucht, ihn anspricht. Und trotzdem versuche ich viel zu oft und immer wieder Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Zu planen, zu machen und zu tun. Damit ich mir dabei unheimlich schlau und wichtig vorkommen kann.

Eigentlich weiß ich ja, dass die stärkste Waffe gegen Stress und Überforderung und die Grenzen meiner Persönlichkeit sowie die Begrenzungen meines Menschseins, ist, dass ich Gott suche. Mich ihm hinhalte. Loslasse. Aber nicht einfach los lasse, sondern IHM überlasse. 

Deshalb wurde und werde ich stillgelegt. Deshalb nehme ich mir, zu mindestens im Moment, die Zeit. Lese Bibel, studiere und mache mir Gedanken. Beten tue ich immer noch viel zu wenig. Aber zum Glück kann Gott ja lesen, es fällt mir halt leichter alles aufzuschreiben…

Eigentlich weiß ich ja, dass kleine, billige, schnelle Entspannung (essen, lesen, Filme sehen, usw.) nur eine Ersatzbefriedigung ist für die tiefe, innere Sehnsucht nach Gott.

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Bitte: mach mich frei von meiner  Gebundenheit, meinen Süchten, meinen Verdrängungsmechanismen. Auch den vermeintlich guten, christlichen und vernünftigen. Bitte vergib mir diesen Lebensstil, diese Angewohnheiten und Charakterschwächen. Ich will sie nicht länger leugnen, nicht länger schön reden, nicht länger vertuschen. Ich will sie zugeben, los werden, Gott bringen. Ich verurteile mich nicht dafür, denn verurteilt wurde schon Jesus. Sondern ich nehme das Angebot an, die Vergebung und die Chance auf einen Neuanfang. Jeden Tag. 

Ich gebe zu: diese Größe, Allmacht und Heiligkeit Gottes macht mir manchmal Angst. So unberechenbar. So unverfügbar. Angst, mich ganz auszuliefern. Angst, vor schmerzlichen und beschämenden Erfahrungen. 

Ich gebe zu: ich habe mit viel Hochdruck meine Fassade poliert. Dem christlichen Schein genüge getan. Fromm,  bewundert und in der Öffentlichkeit gelobt. Viel Lärm um nichts. Gebetszeiten, Andachten und fromme Glaubensbekenntnisse wie Brühwürfel in heißes Wasser geschmissen. Damit sie schnell wirken. Instant. Aber ohne Inhalt, ohne Gehalt, ohne Seele und Liebe.  Bloß schnell, denn ich habe keine Zeit. Für Gott. Für den Nächsten. Bloß schnell, denn ich habe keine Geduld. Und keinen Mut. Lieber halbstark und beherrschbar glauben als wirklich stark sein in der frei machenden Kraft Gottes – die ich nicht beherrschen kann. Der ich mich hingeben muss. Die nicht in meinen Terminkalender passt.

Bitte: Lass diese Sehnsucht, das Suchen und die Bedürftigkeit nach DIR,  Gott, nicht so schnell wieder im Alltag untergehen. In der Trivialität meines Lebens. In der Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit. In der Selbstanklage und Selbstverurteilung. In Zeiten der Unruhe – innerlich und äußerlich. 

Psalm 51,12: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

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